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Wie Patientenaufklärung gelingt


© wavebreakmedia/Shutterstock.com

Das Vermitteln von Informationen rund um das Thema Gesundheit gestaltet sich nicht immer einfach. Ob ein Text als Broschüre oder Comic besser ankommt, hängt bei älteren Menschen auch davon ab, ob er gedruckt oder elektronisch dargestellt wird.

Lieber gedruckte Bilder als Texte auf Tablets

Wissenschaftler von den Universitäten Münster und Bremen untersuchten, auf welche Weise Gesundheitsinformationen für ältere Erwachsene besser zugänglich waren. Dabei verglichen sie, wie effektiv Informationen im traditionellen Broschürenformat und als Fotostory für die Nutzer ab 50 Jahren waren, beide jeweils in gedruckter Version oder auf einem Tablet. Zur Überprüfung dienten Fragebögen, die die Probanden vor und nach einem Testdurchlauf ausfüllten.

Verglichen mit der Broschüre bewerteten die Testpersonen die Darstellung von Gesundheitsinformationen in Form von Bildern im Comicformat mit Sprechblasen als leichter verständlich und informativer. Sie bevorzugten dabei die Papierversion, die ihnen weniger langweilig erschien wie die Tabletvariante. „Traditionelle Broschüren auf einem Tablet scheinen die am wenigsten effektive Kommunikationsmöglichkeit […] für ältere Erwachsene zu sein, ergänzen die Forscher um Shu Lin Tan.

Nach Meinung der Wissenschaftler sollten bei der Integration neuer Technologien in weite Bevölkerungsteile neben den Vorteilen auch deren Nachteile wie spezielle Anforderungen an Benutzer und Geräte berücksichtigt werden. Das Forscherteam empfiehlt weitere Studien mit höheren Teilnehmerzahlen in anderen Ländern, um genauere Aussagen treffen zu können.

Quelle: Ärzteblatt

Autor: Simone Lang

Herzschwäche durch Klappenfehler


© Syda Productions/Shutterstock.com

Seit einigen Jahren besteht die Möglichkeit, eine Verschlussschwäche der Mitralklappen durch ein künstliches Implantat zu behandeln. Mainzer Wissenschaftler belegten die Vorteile dieser Behandlung für die Betroffenen in einer Studie.

Weltweit größte Studie zu Implantation an defekter Herzklappe

Bei etwa 10 Prozent der Über-75-Jährigen schließt die Mitralklappe zwischen linkem Herzvorhof und linker Herzkammer nicht vollständig. Es kommt zur Mitralklappeninsuffizienz, der häufigsten Herzklappenerkrankung in Europa und den USA. Als Folge fließt das Blut beim Herzschlag in den Herzvorhof zurück. Zu wenig Blut erreicht den großen Körperkreislauf und die Betroffenen leiden unter körperlicher Leistungsschwäche mit Luftnot.

Da viele Patienten für eine offene Operation am Herzen zu alt waren, bestand bis vor wenigen Jahren keine Aussicht auf Heilung. Aus diesem Grund war der minimal-invasive Eingriff mit der Mitraclip®-Implantation mit großen Erwartungen verbunden. Hierbei führt der Chirurg die Klappenhilfe über einen Katheter von der Leiste aus ein und dichtet die Herzklappe damit ab. Eine Eröffnung des Brustraums und der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine sind nicht mehr notwendig.

Forscher vom Zentrum für Kardiologie der Universität Mainz untersuchten nun an über 13.500 Patienten im Alter zwischen 70 und 89 Jahren den Behandlungserfolg dieses minimal-invasiven Eingriffs an der Mitralklappe.

Geringe Komplikations- und Sterblichkeitsrate

Die Forscher betrachteten die Häufigkeit von Herzschwäche, Bluttransfusionen, Schlaganfällen, Lungenembolien und Herzbeutelergüssen nach Mitraclip®-Implantation während des Klinikaufenthalts und stellten eine sehr niedrige Sterblichkeitsrate fest. Erstautor Ralph Stephan von Bardeleben resümiert: „Die kathetergestützte Therapie der Herzklappen hat sich damit in nur zehn Jahren von einer Nischenbehandlung inoperabler Patienten zu einer relevanten und sicheren Therapieoption entwickelt, das unterstreicht unsere neue Studie […].“

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Autor: Simone Lang

Lachen ist Medizin


© Nadino/Shutterstock.com

Lachen ist eine ernstzunehmende Angelegenheit! Es senkt den Blutzucker, normalisiert den Blutdruck und lässt überflüssige Pfunde purzeln – und alles ohne Nebenwirkungen.

Lachen für das Immunsystem

Kennen Sie ein Allheilmittel, das gegen alle Zivilisationskrankheiten hilft und keinen Cent kostet? Die Antwort ist so banal wie genial: Lachen. Wer ausgiebig und von Herzen lacht, aktiviert seine T-Zellen und stärkt so das Immunsystem und damit die Abwehrkräfte des Körpers gegen unzählige Infektionskrankheiten. Doch das ist nicht alles.

Lachen als Schmerzmittel

„Dass Lachen gegen Schmerzen hilft, kann sich jeder selbst beweisen“, meint Dr. Eckhardt von Hirschhausen. „Hauen Sie sich zweimal mit dem Hammer auf den eigenen Daumen. Einmal alleine und einmal in Gesellschaft. Alleine tut es lange weh, in Gesellschaft muss ich darüber lachen und der Schmerz lässt nach“, erklärt der Humorist und Gründer der Stiftung "Humor Hilft Heilen“.

Lachen senkt den Blutzucker

Auch Studien belegen die heilsame Wirkung des Lachens. Beispielsweise servierten Forscher Diabetikern eine Mahlzeit. Die eine Hälfte schickten sie anschließend in eine Comedy-Show, die andere Hälfte verdaute ihr Essen zu Hause. Anschließend bestimmten die Wissenschaftler bei allen Testpersonen den Blutzucker. Tatsächlich erzielten die Personen, die einen heiteren Abend genossen hatten, einen niedrigeren Blutzuckerspiegel als die Zu-Hause-Gebliebenen.

Lachen als Schlankmacher

„Lachen hilft auch beim Abnehmen!“, weiß von Hirschhausen. „Nicht nur, weil es Kalorien verbraucht. Viel wichtiger: Während man lacht, kann man nicht essen“, scherzt der studierte Arzt. Dann enthüllt er das wahre Geheimnis um die schlankmachende Wirkung: „Übergewicht entsteht oft aufgrund von Stress und negativen Gefühlen, die man versucht, über Hochkalorisches zu kompensieren.“ Genau an dieser Stelle greift das Lachen ein: Es wirkt als Gegenmittel bei Stress.

Gegengift bei Stress

Seine stresslindernde Wirkung macht das Lachen zum Allheilmittel bei nahezu jeder Zivilisationskrankheit. Egal ob Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder Tinnitus. Die genannten Erkrankungen verschlechtern sich bei Stress und verursachen ihrerseits wieder Stress. Lachen durchbricht den Teufelskreis. Es entspannt und vermittelt eine positive Lebenshaltung. Das wirkt auch auf die Mitmenschen. Mit anderen Worten: Lachen macht attraktiv!

Quelle: Deutsche Diabetes-Hilfe, Stiftung „Humor Hilft Heilen“

Autor: Susanne Schmid/Simone Lang

Bessere Zahnvorsorge für Kleinkinder


© Yuliya Evstratenko/Shutterstock.com

Kampf der Karies! Das gilt nach dem neuesten Beschluss des G-BA bald auch vermehrt für Kleinkinder unter 3 Jahren. Denn mit den neu geplanten Kassenleistungen wird das Milchgebiss noch effektiver vor frühkindlicher Karies geschützt.

Fluoridlack auf Kasse ab dem 6. Monat

Zahngesundheit fängt schon im frühesten Kindesalter an. Doch Zähneputzen allein reicht nicht – gut, wenn der Zahnarzt regelmäßig das Milchgebiss kontrolliert. Bisher haben die Krankenkassen Vorsorgemaßnahmen und zahnärztliche Früherkennung für Kinder erst ab 3 Jahren übernommen. Jetzt hat der Gemeinsame Bundesausschuss das Angebot ausgeweitet und erstmals auch die Kleinkinder unter 3 Jahren mit einbezogen.

Diese zahnärztlichen Früherkennungsleistungen sind neu:

  • Jedes Kind hat ab dem Alter von 6 Monaten bis zum 34. Lebensmonat Anspruch auf insgesamt 3 Termine zur zahnärztlichen Früherkennung. Diese Termine sind zeitlich auf die U-Untersuchungen abgestimmt. Der Anspruch auf 3 weitere Früherkennungstermine vom 34. Lebensmonat bis zum 6. Lebensjahr bleibt bestehen.
  • Beratung inklusive: Bei den neu eingeführten Früherkennungsterminen sollen die Zahnärztinnen und Zahnärzte die Betreuungspersonen der Kinder in Bezug auf Zahn- und Mundgesundheit aufklären und Zahnputzgewohnheiten sowie Fluoridierungsmaßnahmen erfragen.
  • Fluoridlack zur Härtung des Zahnschmelzes wird für Kinder zwischen dem 6. und dem 34. Lebensmonat ebenfalls Kassenleistung – und zwar zweimal pro Kalenderhalbjahr und unabhängig von kariösen Läsionen.

Frühestens ab 1. Juli 2019

Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger, frühestens jedoch am 1. Juli 2019, in Kraft. Bevor die neuen Leistungen erbracht werden können, muss jedoch der Bewertungsausschuss über die Höhe der Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) entscheiden.

Quelle: Pressemeldung Gemeinsamer Bundesausschuss 2/2019

Autor: Dr. med. Sonja Kempinski

Masern auf dem Vormarsch


© ADfoto/Shutterstock

Seit Entwicklung der Schutzimpfung im 18. Jahrhundert konnten viele Leben gerettet werden. Doch aktuell sinken die Impfquoten und parallel steigt die Zahl an Betroffenen, die sich mit einer ansteckenden Krankheit wie Masern infizieren.

Erhöhtes Risiko bei niedriger Impfquote

Über 82.000 Masernerkrankungen wurden im Jahr 2018 in der WHO-Europaregion gemeldet, zwei Drittel der Betroffenen mussten ins Krankenhaus. Zum Vergleich: im Vorjahr lag die Zahl der Erkrankungen noch bei 26.000. In einem Jahr ist somit die Zahl der Masernerkrankungen um das Dreifache angestiegen. Dabei waren hauptsächlich Ländern mit einer geringen Impfquote von unter 50 Prozent besonders betroffen. Beispielsweise stieg 2018 die Zahl der Masernerkrankungen in der Ukraine auf über 53.000 bei einer Impfquote von 31 Prozent. In Deutschland hingegen erkrankten nur 532 Menschen bei einer Impfquote von 97 Prozent. Ursachen für den Rückgang der Impfquoten sind dabei hauptsächlich weltanschauliche Gründe, ein Erstarken der Impfgegnerszene und medizinische Bedenken der Patienten.

Hohe Impfquote verhindert Ausbrüche

Laut Daten der WHO gelang es Ländern mit einer hohen Impfquote, den Ausbruch von Infektionskrankheiten zu verhindern und vor importierten, ansteckenden Krankheiten zu schützen. Ob sich jemand für oder gegen eine Impfung entscheidet, hat auch Auswirkungen auf den Rest der Bevölkerung: Hohe Impfquoten von 95 Prozent sind nötig, um eine sogenannte „Herdenimmunität“ zu erreichen. Diese Herdenimmunität ist wichtig, um auch Neugeborene und Kleinkinder vor ansteckenden Krankheiten zu schützen, da sich ihr Immunsystem noch entwickelt und sie deshalb manche Impfungen noch nicht erhalten können. Laut Daten der ECDC (Europäisches Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten) waren 92 Prozent der an Masern erkrankten Menschen in der WHO-Europaregion nicht oder nur ausreichend geimpft. Dabei waren 94 Prozent der nicht geimpften Erkrankten zu jung für eine Impfung und hätten somit von einer Herdenimmunität profitiert.

Quelle: Ärztezeitung

Autor: Christina Winzig